Fensterkonstruktionen

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich Fensterkonstruktionen immer wieder verändert, um den stetig wachsenden Anforderungen zu genügen. Vor allem in Bezug auf die Wärmeisolation erhofft man sich bessere Ergebnisse.

Für den Gebäudereiniger ist es von größter Wichtigkeit, im Voraus abzuklären, welche Fensterkonstruktionen im Gebäude verbaut wurden. Denn nur anhand dieses Wissens kann er eine aussagekräftige Reinigungskalkulation für seinen Kunden erstellen.

Die Entwicklung der Fensterkonstruktionen

Die Veränderung vollzog sich vom Blendrahmenfenster mit Einfachverglasung über das Kastenfenster und Verbundfenster zurück zum Blendrahmenfenster mit Mehrscheiben-Isolierverglasung.

Die nachfolgende Auswahl an Fensterkonstruktionen sollte dem Gebäudereiniger bekannt sein:

Einfachfenster

  • Der Blendrahmen dieser Fenstervariante ist am Mauerwerk befestigt. Früher wurden Hessenkrallen und Mörtel verwendet, um die Fenster zu fixieren. Heutzutage wird allerdings Bauschaum genutzt.
  • Je nach Fensterart sind ein oder zwei Flügel am Rahmen angeschlagen, die geöffnet werden können.
  • Bei beheizten Neubauten in Deutschland sind Einscheibenverglasungen nicht mehr erlaubt. Stattdessen müssen die Fenster mit Mehrscheiben-Isolierverglasung versehen sein, um die Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen.
  • Zu putzen sind hier zwei (bei einem Flügel) oder vier Scheiben (bei zwei Flügeln).

Verbundfenster

  • Diese Fensterkonstruktion geht aus der Idee eines doppelten Fensters hervor, denn hier findet man zwei Scheiben hintereinander. Die zweite Scheibe ist jedoch über ein Gelenk direkt am Rahmen der ersten befestigt, so können beide gemeinsam geöffnet werden.
  • Die Wärmeisolierung wird als „ausreichend gut“ bezeichnet.
  • Für die Reinigung können die beiden Fenster mit Hilfe eines Fensterschlüssels getrennt werden. Es sind also schlussendlich vier Seiten zu putzen.

Kastenfenster

  • Beim Kastenfenster werden zwei Blendrahmen mit einer Einfachverglasung verbaut, wobei die einzelnen Fenster meist in zwei oder gar vier Flügel unterteilt sind.
  • Der Raum zwischen den beiden Fenstern wird oft mit Holz gefüttert, wodurch der namensgebende Kasten entsteht. Dieser ist so angelegt, dass eventuell entstehendes Schwitzwasser nach außen ablaufen kann.
  • Beim Hamburger oder Grazer Kasten- oder Stockfenster werden die äußeren Flügel nach außen geöffnet, während die inneren sich in den Raum hinein öffnen lassen.
  • Beim Altberliner oder Wiener Kasten- oder Stockfenster lassen sich alle Flügel nach innen öffnen, weshalb die außen liegenden Fenster kleiner sein müssen als die innen liegenden.
  • Bei älteren Fenstern werden die Einfachscheiben gern durch Mehrfach-Isolierverglasungen ersetzt, um einen noch besseren Wärmeschutz zu erlangen.
  • Zu putzen sind hier je nach Anzahl der Flügel mindestens vier Seiten. Meist bestehen Kastenfenster allerdings aus mindestens acht Scheiben, da beide Fenster zweiflügelig sind.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es durchaus noch mehr Fensterkonstruktionen gibt beziehungsweise Misch- oder Spezialformen der oben genannten Varianten, die allerdings weit seltener vorkommen.

In unserem nächsten Blogpost werden wir uns den verschiedenen Öffnungsarten von Fenstern widmen, die einer Reinigungskraft ebenfalls bekannt sein sollten.