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Gebäudereinigung in der Praxis: Linoleum reinigen
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Gebäudereinigung in der Praxis: Linoleum reinigen

Linoleum ist ein echter Klassiker unter den Bodenbelägen und überzeugt seit über 150 Jahren durch seine Umweltverträglichkeit, Langlebigkeit und Vielseitigkeit. Doch wie reinigt man ihn richtig?

4 Min. Lesezeit

Gerade im Bereich der Gebäudereinigung spielt Linoleum eine wichtige Rolle, da er in vielen öffentlichen Gebäuden, Schulen, Arztpraxen oder Wohnanlagen eingesetzt wird. Doch wie wird Linoleum hergestellt, welche Varianten gibt es und was musst du bei der Reinigung beachten?


Das Wichtigste in Kürze

  • Linoleum besteht aus Leinöl (Linoleumzement), Holz- und Korkmehl, Harzen und natürlichen Farbstoffen
  • Stark alkalische Reiniger (pH-Wert über 9) sind tabu – sie verursachen irreversible Verseifung mit gelbbrauner Verfärbung
  • Linoleum ist gegen Lösemittel beständig, aber empfindlich gegen dauerhafte Feuchtigkeit und Nassbereiche
  • Am besten geeignet sind pH-neutrale oder leicht saure Reiniger, angewendet mit möglichst wenig Wasser


Was ist Linoleum?

Linoleum ist ein natürlicher Bodenbelag, der aus überwiegend ökologischen Rohstoffen hergestellt wird. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen ab: linum oleum bedeutet Leinöl. Leinöl, gewonnen aus der Leinpflanze, bildet die Basis des Materials. In Verbindung mit Sauerstoff verharzt es und bildet den sogenannten Linoleumzement.

Weitere Bestandteile sind Holz- und Korkmehl, Harze, Füllstoffe sowie natürliche Farbstoffe. Auf ein Trägermaterial wie Jute wird die Masse aufgetragen, erhitzt, gewalzt und anschließend mehrere Wochen gehärtet.

Eine zusätzliche Schutzschicht aus Acrylaten schützt den Belag während Transport und Verlegung vor Beschädigungen.


Arten von Linoleum

Linoleum ist in vielen Farben und Mustern erhältlich und lässt sich verschiedenen Varianten zuordnen:

  • Einfaches Linoleum: Dünne Linoleumschicht auf Jute als Träger.
  • Korkment: Mit Korkmehl angereicherte, dickere Variante, ebenfalls mit Jute als Trägerschicht.
  • Verbundbeläge: Kombination aus Linoleum und Korkment oder Schaumstoff, getrennt durch Jute. Diese Variante ist selten und vergleichsweise teuer.

Linoleum in der Gebäudereinigung

Für die professionelle Gebäudereinigung ist Linoleum eine Herausforderung und erfordert Erfahrung im Umgang mit dem empfindlichen Material.


Besonderheiten bei der Reinigung

  • Die Oberfläche von Linoleum ist mikroporig und rau, wodurch Schmutz leicht eindringen kann.
  • Stark alkalische Reiniger (pH-Wert über 9) sind tabu, da sie eine irreversible Verseifung verursachen können – erkennbar an einer gelbbraunen Färbung.
  • Feuchtigkeit wird durch Holz- und Korkanteile im Belag stark aufgenommen. Trägst du einen Pflegefilm auf feuchtes Linoleum auf, löst sich dieser schnell wieder – es entsteht das sogenannte Abpudern.
  • Starke mechanische Belastung (z. B. Scheuern mit harten Bürsten) kann die Oberfläche zusätzlich aufrauen und zukünftige Reinigungen erschweren.

Tipps für die Praxis

  • Verwende pH-neutrale oder leicht saure Reiniger, die das Material schonen.
  • Arbeite mit möglichst wenig Wasser und achte auf schnelles Trocknen.
  • Pflegefilme sollten nur auf trockenen Böden aufgetragen werden.


Linoleum-Empfindlichkeit im Überblick


EinflussLinoleum-Verhalten
Alkalische Reiniger (pH über 9)Nicht beständig – Verseifung, gelbbraune Verfärbung
Saure ReinigerBei Dauereinwirkung nicht beständig, kurzzeitig gut geeignet
LösemittelBeständig
Feuchtigkeit/NassbereicheNur kurzzeitig unempfindlich, dauerhaft ungeeignet
Mechanische BelastungAufrauung bei starkem Scheuern

Gebäudereinigung mit Profis

Gerade in öffentlichen Einrichtungen oder stark frequentierten Gebäuden lohnt es sich, die Linoleum-Reinigung Profis zu überlassen. Fachkräfte in der Gebäudereinigung wissen, welche Mittel und Maschinen geeignet sind, um den Boden gründlich, aber materialschonend zu pflegen.


Fazit

Linoleum ist ein umweltfreundlicher, robuster und vielseitiger Bodenbelag, der aber auch seine Tücken in der Pflege hat. Mit den richtigen Reinigungsmethoden und einer fachgerechten Gebäudereinigung bleibt er jedoch über viele Jahre hygienisch, gepflegt und optisch ansprechend.



Häufige Fragen zu Linoleum

Warum sind alkalische Reiniger bei Linoleum tabu?

Stark alkalische Reiniger mit einem pH-Wert über 9 verursachen bei Linoleum eine irreversible Verseifung, die sich durch eine gelbbraune Verfärbung bemerkbar macht und nicht rückgängig gemacht werden kann.

Ist Linoleum empfindlich gegen Lösemittel?

Nein, Linoleum ist gegen Lösemittel beständig. Empfindlich reagiert es dagegen auf stark alkalische Reiniger und dauerhafte Feuchtigkeit.

Was ist ‚Abpudern‘ bei Linoleum?

Trägt man einen Pflegefilm auf feuchtes statt trockenes Linoleum auf, löst sich dieser schnell wieder ab – dieser Effekt wird als Abpudern bezeichnet. Pflegefilme sollten deshalb nur auf trockenen Böden aufgetragen werden.

Woraus besteht Linoleum?

Die Basis bildet Leinöl, das mit Sauerstoff zu sogenanntem Linoleumzement verharzt. Hinzu kommen Holz- und Korkmehl, Harze, Füllstoffe und natürliche Farbstoffe auf einem Trägermaterial wie Jute.

Welches Reinigungsmittel eignet sich am besten für Linoleum?

Am besten geeignet sind pH-neutrale oder leicht saure Reiniger, angewendet mit möglichst wenig Wasser. So wird das empfindliche, mikroporige Material geschont.


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