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Putzen mit Cola – geht das wirklich?
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Putzen mit Cola – geht das wirklich?

Im Netz wird Cola gerne als Reinigungsmittel für den Sanitärbereich angepriesen. Viele Verbraucher schwören darauf. Doch ist das berechtigt? Wir verraten, ob der Putzmythos rund um die braune Brause stimmt.

4 Min. Lesezeit

Toilette von Kalk und Urinstein säubern, Rost entfernen oder den Wasserkocher entkalken – Cola soll so einiges können. Der Grund liegt in der enthaltenen Phosphorsäure, die je nach Sorte für einen sauren pH-Wert zwischen 2,5 und 4,2 sorgt.

Das macht Cola tatsächlich geeignet, um anorganischen und mineralischen Schmutz zu lösen.


Das Wichtigste in Kürze

  • Cola enthält Phosphorsäure mit einem pH-Wert zwischen 2,5 und 4,2
  • Zum Vergleich: Speiseessig liegt bei pH 3, Essigessenz bei pH 2
  • Cola enthält außerdem rund 10 bis 11 Gramm Zucker pro 100 ml – ohne gründliches Nachspülen bleiben klebrige Rückstände an Kloschüssel und Armaturen
  • Bei beschädigten Chromarmaturen kann Säurekontakt am darunterliegenden Messing gesundheitsschädlichen Grünspan bilden

Cola im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln

Zum Vergleich:

  • Speiseessig hat einen pH-Wert von ca. 3
  • Essigessenz liegt bei ca. 2

Damit ist Cola tatsächlich eine Alternative, falls gerade kein Sanitär- oder Essigreiniger im Haus ist.

Allerdings hat diese Methode auch ihre Nachteile:

  • Für die Reinigung einer Toilette brauchst du mindestens einen halben Liter Cola.
  • Der Reinigungseffekt ist schwächer als bei speziellen Bad- oder WC-Reinigern.
  • Cola enthält viel Zucker (rund 10–11 g pro 100 ml). Spülst du nicht gründlich mit klarem Wasser nach, hinterlässt das klebrige Rückstände auf Kloschüssel und Armaturen – die dort neuen Schmutz erst richtig anziehen.

Warum Phosphorsäure überhaupt reinigt

In der professionellen Gebäudereinigung wird die Wirksamkeit von Säuren gegen Kalk mit dem sogenannten Kalklösevermögen gemessen – also wie viel Kalk (Calciumcarbonat) sich mit einer bestimmten Menge einer 1%igen Säurelösung auflösen lässt. Im Vergleich zu anderen Säuren, die in der professionellen Reinigung zum Einsatz kommen, zeigt sich, wo Phosphorsäure – und damit auch Cola – im Kräftevergleich steht:


SäureKalklösevermögen*
Salzsäure13,7 g
Schwefelsäure6,6 g
Amidosulfonsäure3,2 g
Natriumbisulfat1,3 g
Phosphorsäure1,2 g
Flusssäure0,6 g
Zitronensäure0,3 g
Ameisensäure0,3 g
Essigsäure0,1 g

*Gramm gelöstes Calciumcarbonat pro Liter 1%iger Säurelösung


Phosphorsäure liegt damit im mittleren Bereich – deutlich schwächer als aggressive Säuren wie Salzsäure oder Schwefelsäure, aber stärker als Zitronen-, Ameisen- oder Essigsäure. In der professionellen Gebäudereinigung kommt Phosphorsäure vor allem bei der Grundreinigung zum Einsatz, wenn es um hartnäckigere Kalk- und Zementablagerungen geht – für die tägliche Unterhaltsreinigung gilt dagegen meist Amidosulfonsäure als „Mittel der Wahl“.


Vorsicht bei Chromarmaturen

Bei Chromarmaturen ist Vorsicht geboten – vor allem, wenn die Chromschicht bereits einen Kratzer hat. Chrombeschichtungen sind nie hundertprozentig dicht, darunter liegt meist Messing, das Kupfer enthält. Trifft Säure – ob aus Cola oder speziellen Reinigern – auf eine beschädigte Stelle, kann sich dort Grünspan (Kupferacetat) bilden. Dieser ist beim Verschlucken oder Einatmen gesundheitsschädlich, weshalb du beschädigte Armaturen besser gar nicht erst mit Säure behandeln solltest.


Funktioniert auch mit anderen Getränken

Nicht nur Cola hat diesen Effekt. Auch andere säurehaltige Getränke wie:

  • trockener Weißwein
  • Sekt
  • Apfelsaft

können Kalk und Urinstein lösen. Trotzdem gilt: Besser genießen als putzen – denn auf Dauer ist das keine effiziente und nachhaltige Reinigungslösung.


Fazit

Cola kann kurzfristig helfen, leichte Kalk- oder Urinsteinablagerungen zu lösen, wenn kein passender Reiniger zur Hand ist – die enthaltene Phosphorsäure ist chemisch gesehen dieselbe Wirkstoffklasse, die auch in der professionellen Gebäudereinigung eingesetzt wird, allerdings deutlich verdünnter. Wegen des hohen Zuckergehalts und des Risikos an beschädigten Chromarmaturen solltest du diese Methode aber nur als Notlösung verwenden – nicht als dauerhafte Reinigungsroutine.

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Häufige Fragen zu Putzen mit Cola

Warum wirkt Cola gegen Kalk und Urinstein?

Cola enthält Phosphorsäure, die für einen sauren pH-Wert zwischen 2,5 und 4,2 sorgt. Diese Säure kann anorganischen und mineralischen Schmutz wie Kalk lösen.

Ist Phosphorsäure auch in der professionellen Gebäudereinigung im Einsatz?

Ja. Phosphorsäure wird dort vor allem bei der Grundreinigung gegen hartnäckige Kalk- und Zementablagerungen genutzt. Für die tägliche Unterhaltsreinigung greifen Profis meist zu Amidosulfonsäure, da sie ein besseres Verhältnis aus Wirkung und Materialverträglichkeit bietet.

Warum sollte ich nach der Reinigung mit Cola gründlich nachspülen?

Cola enthält rund 10 bis 11 Gramm Zucker pro 100 ml. Ohne gründliches Nachspülen bleiben klebrige Zuckerrückstände auf Kloschüssel und Armaturen zurück, die dort neuen Schmutz erst richtig anziehen.

Kann Cola Chromarmaturen beschädigen?

Bei bereits beschädigten Chromarmaturen kann Säurekontakt riskant sein: Die Chromschicht ist nie hundertprozentig dicht, darunter liegt meist kupferhaltiges Messing. Trifft Säure auf eine beschädigte Stelle, kann sich dort gesundheitsschädlicher Grünspan bilden.

Ist Cola eine gute langfristige Alternative zu Reinigungsmitteln?

Nein. Cola kann kurzfristig als Notlösung helfen, ersetzt aber keine speziellen Reinigungsmittel oder eine professionelle Reinigung, wenn es um gründliche, hygienische Sauberkeit geht.


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