Wie man Schäden bei der Reinigung von beschichteten Gläsern vermeidet

Um bei der Reinigung von beschichteten Gläsern und Einscheibensicherheitsgläsern dauerhafte Schäden zu vermeiden, muss der Fensterputzer besonders schonend vorgehen.

Erst prüfen, dann reinigen!

Beschichtete Gläser und Einscheibensicherheitsgläser sollten während der Bauphase ausreichend geschützt sein. Ist das nicht der Fall, können entstandende Verschmutzungen später eventuell nicht mehr problemlos entfernt werden.

Aus diesem Grund muss der Fensterputzer die Scheiben vor der Reinigung sehr genau auf Schäden prüfen. Vor allem auf kleinste Kratzer sollte dabei geachtet werden. Sind die Flächen stark verstaubt, empfiehlt es sich, die Prüfung nach der Reinigung einiger Glasflächen zu wiederholen. So können Schäden, die vorher nicht aufgefallen sind, nachträglich dokumentiert werden.

Allerdings muss eine Scheibe nicht völlig frei von Beschädigungen sein.

Laut ATV VOB DIN 18631 „Verglasungsarbeiten“ sind kleinere Kratzer sowie nicht störende Blasen im Glas zulässig. Im Merkblatt GL.01 ist festgelegt, nach welchen Kriterien diese Schäden beurteilt werden. Die Scheibe wird dafür in drei Zonen unterteilt, die jeweils eine bestimmte Anzahl an Beschädigungen aufweisen dürfen.

Scheibeneinteilung Schema
Scheibeneinteilung Schema

Ist die Prüfung abgeschlossen und sind alle Schäden dokumentiert, kann es mit der Fensterreinigung losgehen.

Die professionelle Reinigung von beschichteten Gläsern

Damit bei der Reinigung keine weiteren Schäden auftreten, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Fensterklingen oder ähnliche Werkzeuge dürfen nicht genutzt werden
  • Die Fensterreinigung muss mit viel klarem Wasser erfolgen
  • Alle verwendeten Hilfsmittel wie Einwascher, die Gummilippe des Abziehers etc. müssen frei von Verschmutzungen sein. Andernfalls wird die Beschichtung der Scheibe beschädigt oder die Oberfläche zerkratzt
  • Kein verwendetes Werkzeug darf Fett- oder Silikonverschmutzungen aufweisen, um die Beschichtung in ihrer Funktion nicht zu beeinträchtigen
  • Glasfronten mit einer photokatalythischen Beschichtung müssen sich nach dem Einbau beziehungsweise der Erstreinigung erst „aktivieren“. Nach drei bis sieben Tagen tritt die selbstreinigende Wirkung vollständig in Kraft. Für die Unterhaltsreinigung reicht ab diesem Zeitpunkt das Abspülen mit demineralisiertem oder kalkarmem Wasser normalerweise aus. Nur bei groben Verschmutzungen oder nach längeren Trockenphase sollte ein geeignetes Reinigungmittel – hier dringend auf die Angaben des Glasherstellers achten! – mit Hilfe eines weichen Tuchs aufgebracht und anschließend abgespült werden.

Welche Schäden können auftreten?

  • Rahmen: Wird der Rahmen im Voraus nicht abgefegt oder befindet sich Schmutz im Einwascher, können streifenförmige Kratzer am Rahmen auftreten
  • Scheibe:
    • Bei einer falschen Anwendung der Fensterklinge oder nicht ausreichend Wasser auf der Scheibe, können parallel verlaufende Kratzer auf dem Glas entstehen, die in Richtung Scheibenrand deuten
    • Befindet sich Schmutz im Einwascher, kann dieser schlaufenförmige Kratzer auf dem Glas verursachen

Ein Gedanke zu „Wie man Schäden bei der Reinigung von beschichteten Gläsern vermeidet“

Kommentare sind geschlossen.